Tag 5: Die Rückfahrt – eine Frage des Willens

Veröffentlicht: Mai 24, 2009 in cars

Heute ist ein schöner Tag. Warme Sonnenstrahlen erhaschen mein Gesicht. Ich höre Kindergelächter irgendwo in der Ferne. Heute ist es soweit. Der Tag der Wahrheit. Ich will es endgültig wissen, da gibt es kein Halten mehr. Sind die 500 km mit einem Tank zu knacken?  Heute, ja heute gibt es keine Ausrede mehr. Noch einmal den Tank gefüllt und finalen Zielpunkt eingegeben. Mit einem kleinen Zwischenstopp über Hannover sind knapp 520 km zu bewältigen.

Doch es soll keine komplett einschläfernde Spritspartour werden. Vollgastouren sind tabu aber auch im Windschatten diverser LKW hinterherzufahren. Stattdessen gilt es einfach mit dem Rest mit zu schwimmen. Das verlangt meinem Gasfuß zwar sämtliche Disziplin ab, aber das soll es mir wert sein.

Und siehe da, es klappt. Der Durchschnittsverbrauch sinkt rapide von 18 Liter auf 13 herab. Die meiste Zeit bewege ich mich mit Tempo 150 voran. Umso erstaunlicher zu sehen, dass andere Kollegen, die um einiges schneller an mir vorbeipreschen, immer wieder von mir eingeholt werden und diese auch deutlich abgenervter wirken. Tagsüber ist mit dieser Gangart kaum was gut zu machen.

Doch ein Mal, ein einziges Mal ging es nicht anders. Während ich mich gemütlich auf der mittleren Spur fortbewege rauscht ein weißer Audi A4 Avant  mit zwei feschen Typen auf Höhe meines Fenster heran. Durch kurzes Hupen und wilde Gestik wird mir zu verstehen gegeben, ich solle doch bitte mal dem kleinen Zucker geben.

Damit kann geholfen werden. Ich hau das Gaspedal durch und ziehe mit Vollgas an ihnen vorbei. Kaum kommen sie von hinten wieder an, gebe ich wieder Gas und wiederhole das Ganze noch einmal. Das hat mich zwar bestimmt gute 20-30 km gekostet – jedoch bekommt man selten zwei erwachsene Männer in einem Auto zu sehen, die sich bei mir ehrfurchtsvoll mit einem Diener für diese Vorführung bedanken.

Auch sonst ist der „Gaffer“-Faktor auf der Autobahn doch recht groß. Immer wieder stoppen Autos auf Höhe des RS6. Einige Jüngere schwenken erstmal hinten ein und zücken die Handycam. Andere versuchen ihrem Schatz zu erklären wie toll das Ding doch ist.

Nach einem fotografischen Zwischenstopp in Hannover geht es weiter nach Norderstedt. Ich bin noch am Zweifeln ob ich diese Tour wirklich schaffe ohne nachtanken zu müssen. Innerlich ärgere ich mich über meinen kurzen Vollgasausflug. Egal, volles Risiko, weiter geht’s. Mit knapp 40 km Restreichweite und der Tanknadel weit im roten Bereich erreiche ich den Hamburger Freihafen, durchquere den Elbtunnel und bin immer noch am Zittern.

Bloß kein Gas geben, bloß nicht provozieren lassen. Ganz chillig. Mit einer Restreichweite von 20 km erreiche ich meine heimische Shell Tanke in Norderstedt. Es ist geschafft. Knapp 520 km mit einer Tankfüllung. Ich bin erstaunt über meinen Willen dies durchzuhalten und atme erst einmal kräftig durch. Vielleicht wäre auch mehr drin gewesen, aber ob das Durchschnittstempo knapp über 100 gewesen wäre bleibt zu bezweifeln.

Gegen Abend gibt es noch einige Fahraufnahmen mit der blauen Kanonenkugel. Ein Freund darf den Wagen in der Zeit bewegen und ist sichtlich begeistert undkaum wieder aus dem Auto herauszubekommen. Danach zocken wir noch ne Runde Burnout Paradise auf der Playstation 3, denn da kostet es uns keinen Sprit Vollgas zu geben.

Euer MarioRoman

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